Erleichterter Zugang zu Medikamenten rechtfertigt keine leichtfertige Nutzung
Triptane zur Migräne-Therapie bald rezeptfrei in der Apotheke
Der Gesetzgeber entdeckt den mündigen Migräne-Patienten und hebt die Rezeptpflicht für niedrig dosierte Tabletten und Nasensprays auf. Damit wird die mehr als ein Jahr alte Empfehlung des Sachverständigen-Ausschuss für Verschreibungspflicht umgesetzt. Die Gefahr einer missbräuchlichen Verwendung oder Überdosierung wird als deutlich geringer eingeschätzt als der Vorteil für die Migräne-Patienten, im Fall einer überraschenden Schmerzattacke schnell und unbürokratisch ein wirksames Medikament kaufen zu können.
Wer hoffen darf den Tag ohne Triptane zu überstehen, verzichtet gerne darauf. Die hochwirksamen Medikamente dämpfen nicht nur den Schmerz, sondern beeinträchtigen auch spürbar die Wahrnehmungs- und Leistungsfähigkeit. Erfahrene Patienten können die Anzeichen einer Migräne deuten, sie wissen wann die Schmerzphase ihrer Migräne beginnt. Auch die spezielle Migräne-Biowetter-Vorhersage auf Menschenswetter hilft vielen Betroffenen bei der Entscheidung, ob sie zum Triptan greifen müssen.
Triptane sollten nicht häufiger als an 10 Tagen pro Monat eingenommen werden. Ansonsten besteht die Gefahr einen Dauerkopfschmerz auszulösen; die Arznei verstärkt die Symptome, die sie lindern soll. So bedeutet, die Aussicht Triptane rezeptfrei in der Apotheke kaufen zu können eine wesentliche Verbesserung der Möglichkeiten zur Selbstmedikation von Migräneattacken. Auf der anderen Seite ist aber auch die Selbstkontrolle und Eigenverantwortung der Patienten gefordert. Wenn die Frequenz der Migräneattacken eine Einnahme der Medikamente an 6 oder mehr Tagen pro Monat erzwingt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Entwicklung eines Kopfschmerzes bei Triptanübergebrauch zu verhindern oder, wenn nötig, zu behandeln.
Auch das Risiko für Herz und Kreislauf sollte nicht unterschätzt werden. Triptane erhöhen den Blutdruck und können Durchblutungstörungen (Herzinfarkte oder Schlaganfälle) hervorrufen. Deshalb wird von einer Migränetherapie mit Triptanen abgeraten, wenn Hinweise für eine eingeschränkte Durchblutung des Kopfes, des Herzens oder anderer Organe (beispielsweise Thrombosen) vorliegen, sowie bei einem unzureichend behandelten Bluthochdruck. Zudem klagen einige Patienten über Angina pectoris Anfälle (Engegefühl in Brust und Hals, Atemnot, Panikattacken). Auf Menschenswetter wird auch für Herz-Kreislauf-Erkrankung aufgrund von Bluthochdruck (Hypertonie) und für Angina pectoris eine spezifische Vorhersage der wetterbedingten Zusatzrisiken angeboten. Wer bei Triptangebrauch mit Herz und Kreislauf sensibel reagiert, sollte sich hier informieren. Auch ein Menschenswetter-Tagebuch kann hilfreich sein, um die persönliche Sensibilität im Rahmen der Triptan-Therapie besser abschätzen zu können. Für eine statistisch abgesicherte Auswertung genügen, wie beim Migräne-Tagebuch, auch 80 Einträge.
Die Rezept-Freigabe der Triptane, ermöglicht den Migräne-Patienten zukünftig eine eigenverantwortliche, bedarfsorientierte und selbstbestimmte Therapie. Aufgrund der nicht unerheblichen Risiken sollte diese Therapie aber unbedingt mit einem migräneerfahrenen Arzt abgesprochen und auf den eigenen Lebensstil abgestimmt werden.
Quellen: OTC-Switch für Triptane. APOTHEKE ADHOC, online veröffentlicht am 20.06.2013
Erstellt am 21. Juni 2013
Zuletzt aktualisiert am 21. Juni 2013
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