Wetter

Auferstehung des Frühlings zu Ostern

von Holger Westermann

Die Menschen in Mitteleuropa dürfen sich jetzt auf sonnigwarmes Wetter freuen. Über die Ostertage und noch ein wenig darüber hinaus strömt Warmluft heran und Hochdruckwetter vertreibt die Wolken - leider nicht dauerhaft, es bleibt eine flüchtige Frühlingsepisode.

Der Ostersonntag markiert die Auferstehung des Frühlings mit flächendeckend Tagesmaxima über 20°C und Sonnenschein. Diese Wärmeepisode soll bis Mittwoch den 8. April anhalten. Lediglich die deutschen Küstenregionen, in Linie angelehnt oder sogar eingerahmt (Schleswig-Holstein) vom noch winterkühlen Wasser, bleibt die Luft etwas windiger und frischer.

Die für Wohlbefinden und Körpergefühl relevant „gefühlte Temperatur“, die auch für die Vorhersage von menschenswetter herangezogen wird, liegt dabei noch deutlich über dem Thermometerwert. Die Sonnenstrahlung wärmt deutlich spürbar, im Schatten oder bei Wind wird es merklich kühler. So sehr der Sonnenschein an den (für die Mehrzahl der Menschen hierzulande) freien Ostertagen zum Spaziergang ins Freie lockt, so sorgfältig sollte man sich vor Sonnenbrand und Sonnenstich schützen. Denn der Sonnenstand entspricht dem von Anfang September - und jetzt ist die Haut noch winterlich sonnenentwöhnt.

Doch bereits am Donnerstag beendet ein Kaltluftvorstoß aus Nordost die österliche Frühlingsepisode mit Regen und Schneefall bis auf 1.400m hinab. Das bedeutet Neuschnee in den Hochlangen des Schwarzwaldes und in den Alpen flächendeckend. Gut, dass die Heimkehrer aus dem Osterurlaub für die Alpenpassage heutzutage Tunnel nutzen können, Passpassagen wären problematisch. Für das nachösterliche Wochenende (11./12.04) wird für alle Mittelgebirge in Deutschland und Österreich, mancherorts auch im Flachland wieder Schneefall vorhergesagt. Für die Vegetation ist ein so später Kälteeinbruch, der die Blüte gefährdet und den Bienenflug verzögert, ein hohes Risiko.

Das hochdynamische auf und ab der Lufttemperatur, das sonnighell und wolkendüster des Himmels, das trockenwohlig und schneeregenklamm der Witterung belastet das Gesundheitsgefühl wetterempfindlicher Menschen mit chronischen Erkrankungen oder anhaltenden Befindlichkeitsstörungen. Wer mit Herz-Kreislauf-Problemen leben muss - ganz gleich ob ein zu hoher oder ein dauerhaft zu niedriger Blutdruck die Ursache ist - wird durch diesen rasanten Wechsel besonders belastet. Der jetzt erwartete Wärmeschub weitet die Adern und lässt den Blutdruck sinken. Hypotoniker mit dauerhaft niedrigem Blutdruck (< 100/60 mmHg) sind dann weniger leistungsfähig, in Extremsituationen drohen sogar Schwindelattacken. Für Hypertoniker, die Bluthochdruckpatienten (> 140/90 mmHg) ist eine Erwärmung eher entlastend, der Kälteeinbruch Mitte kommender Woche ist deshalb Anlass, einen möglichen wetterbedingten Anstieg des Blutdrucks zu prüfen.

Viele Menschen, die glücklicherweise nicht mit einem Einfluß des Wetters auf Symptome chronischer Erkrankungen rechnen müssen, reagieren dennoch mit Stimmungsschwankungen auf derart drastische Wetterwechsel. Leichte Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme oder Motivationsschwankungen sind die Folge. Das ist jedoch keine persönliche Schwäche oder ein Mangel an mentaler Belastbarkeit, sondern ein rein psycho-physiologischer Effekt: Sonnenschein provoziert die Ausschüttung der Glücks- und Aktivitätshormone Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Die Wirkung des Schlafhormons Melatonin wird gehemmt. Man fühlt sch fitter und „könnte Bäume ausreißen“. Wird es kalt und düster, kehrt sich diese Wirkung um. Nun haben wir während der Ostertage Aktivitätswetter und erwarten der direkt darauf folgenden Alltagswoche wieder nasskaltfinsteres Schmuddelwetter. Drastischer könnte der effektive und damit auch der gefühlte Kontrast kaum sein.

Deshalb empfiehlt das Team von Menschenswetter: Genießen Sie die sonnigwarmen Ostertage, gönnen Sie sich die Stimmungsaufhellung und sammeln Sie einen Vorrat an Guter Laune, der über die nahende Kälteperiode hinweghilft.

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Osterfest

Ihr Menschenswetter-Team

Quellen:

Eigenartikel von Menschenswetter unter Bezug auf aktuelle Wetterprognosen

Erstellt am 3. April 2026
Zuletzt aktualisiert am 3. April 2026

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