Weiße Schokolade enthält den Wirkstoff nicht
Schwarze Schokolade ist gesund für Herz, Kreislauf und Atemwege
Schokoholiker sind schon seit langem davon überzeugt, dass ihr Seelentröster auch ihre körperliche Gesundheit fördert. Zahlreiche Studien belegen auch positive Effekte eines regelmäßigen aber maßvollen Schokoladengenusses. Asthmaanfälle werden seltener, Herz-Kreislauf-Beschwerden nehmen ab, generalisierte entzündliche Prozesse klingen ab, sogar Diabetiker sprechen besser auf ihr Insulin an. Eine aktuelle Studie hat nun entdeckt, wie einige dieser erfreulichen Nebenwirkungen des Kakaokonsums entstehen.
Offensichtlich erhöht der koffeinartige Wirkstoff Theobromin (abgeleitet aus dem wissenschaftlichen Namen der Kakaopflanze Theobroma cacao) die Menge an "gutem" HDL-Cholesterin im Blut. Niederländische Forscher haben mit 150 Testpersonen ein vierwöchige Versuchsreihe durchgeführt. Jede Versuchsperson bekam täglich 0,2 Liter eines Testgetränks, entweder mit natürlichem Kakao (150 mg Theobromin und 325 mg Flavonoide), ohne Kakao aber mit 850 mg reinem Theobromin, mit Turbo-Kakao (1000 mg Theobromin und 325 mg Flavonoiden) oder ohne Kakao und ohne Theobromin. Mit dieser Testreihe untersuchten die Forscher gezielt den Einfluss des Theobromins auf die Blutfettwerte. Die Kakaobeigaben sollten sicherstellen, dass nicht auch andere Bestandteile des Kakao für den Effekt verantwortlich gemacht werden können.
Die Analyse der Blutfettwerte vor Beginn und nach Abschluss der Testreihe zeigte deutlich, dass ausschließlich der Wirkstoff Theobromin für den Anstieg der HDL-Konzentration im Blut verantwortlich ist. Der Kakao selbst zeigte keinen positiven Einfluss, andere Bestandteile wirken weder eigenständig noch als Verstärker für das Theobromin.
Die Pharmakologische Wirkung des Theobromin ist nach heutigem Kenntnisstand durchweg positiv. Es erweitert die Blutgefäße und steigert die Organdurchblutung, dabei sinkt der Blutdruck. Die soeben belegte Wirkung auf die Zusammensetzung der Blutfette (LDL zu HDL Cholesterin) schützt Herz und Kreislauf. Zudem profitieren Menschen mit Erkrankung der Atemwege von der bronchienerweiterenden und hustenstillenden Wirkung, Entzündungen klingen ab. Dem gegenüber stehen aber die oft erheblichen Kalorienmengen, die beim Schokoladenverzehr unweigerlich mit aufgenommen werden. Übergewicht ist eine der Hauptursachen für die Beschwerden, bei denen das Kakao-Theobromin Linderung verspricht. Hier gilt es also selbstkritisch abzuwägen, ob der Schokoladengenuss tatsächlich therapeutisch begründet werden kann. Aber es gibt ja glücklicherweise noch andere gute Gründe, beispielsweise verbessert sich sofort spürbar die allgemeine Stimmung.
Quellen: Corti, R. et al. (2009): Cocoa and Cardiovascular Health. Circulation 119: 1433-1441 Neufingerl, N. et al. (2013): Effect of cocoa and theobromine consumption on serum HDL-cholesterol concentrations: a randomized controlled trial. The American Journal of Clinical Nutrition, online veröffentlicht am 17. April 2013 Simons F.E.R. et al. (1985): The bronchodilator effect and pharmacokinetics of theobromine in young patients with asthma. Journal of Allergy and Clinical Immunology 76(5): 703-707
Erstellt am 20. April 2013
Zuletzt aktualisiert am 20. April 2013
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