Wetter
Wind aus Nordwest bringt Kälte zurück
Das angenehm milde, gebietsweise schon vorsommerliche Frühlingswetter der letzen Woche verdankt Mitteleuropa ausgerechnet atlantischen Tiefdruckgebieten. Sie zogen in rascher Abfolge über Großbritannien nach Skandinavien und umkurvten mit ihren Wolken und Regengebieten Deutschland und Österreich. Im Zusammenwirken mit hohem Luftdruck über dem östlichen Europa baute sich über Mittel- und Westeuropa eine kräftige südwestliche Strömung auf, die subtropische Warmluft heranführte. Doch die Wetterlage ändert sich.
Derzeit zieht noch ein Tief von den Britischen Inseln Richtung Skandinavien und lenkt noch einmal warme Luft nach Mitteleuropa. Gebietsweise, insbesondere im Süden und Osten, können noch einmal 25°C erreicht werden. Doch während das Tiefdruckgebiet (Luftströmung entgegen dem Uhrzeigersinn) nach Nordskandinavien weiterzieht, baut sich über dem Ostatlantik und dem Nordmeer ein Hochdruckgebiet (Luftströmung mit dem Uhrzeigersinn) auf. Zwischen dem Hoch und dem Tief dreht der Wind auf Nordwest.
Bis zum Wochenende wird sich der Nordwestwind in ganz Deutschland und Österreich durchgesetzt haben. Nicht mehr aus den warmen Subtropen und Nordafrika, sondern aus dem noch kalten Norden Europas wird dann die Luft herangeführt. Je weiter die polare Kaltluft in Mitteleuropa voran kommt, um so mehr Landschaften erleben einen veritablen Temperatursturz.
Von 20 oder gar 25 °C sinkt das Thermometer in wenigen Stunden auf 15 oder gar 13°C. In ungünstigen Lagen muss kurz nach Sonnenaufgang, wenn die nächtliche Auskühlung am weitesten fortgeschritten ist aber die Sonne noch keine Strahlungswärme entfaltet, mit Bodenfrost gerechnet werden. Für wetterempfindliche Menschen sind solche rasanten Temperaturwechsel eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr. Frost fördert Muskelverkrampfungen und verstärkt dadurch die Beschwerden von Menschen mit Rheuma und Arthrose aber auch Asthma und Koliken. Bei kaltem Wetter verengen sich die Adern, dadurch steigt der Blutdruck an, für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen steigt das Infarktrisiko. Für wetterempfindliche Menschen ist der aktuelle Wechsel der Witterung nicht nur unangenehm, sie sollten sorgfältig auf sich, ihr allgemeines Wohlbefinden und die Symptome ihrer Erkrankung achten.
Quellen: Dipl.-Met. Johanna Anger: Winddrehung auf Nordwest bringt Temperatursturz. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 18.04.2013
Erstellt am 19. April 2013
Zuletzt aktualisiert am 19. April 2013
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