Wetter

Fulminantes Frühlingserwachen (Update 28.4.)

von Holger Westermann

Der gefühlte Spätwinter ist nun endgültig passé. Für diese Saison fällt in den Tieflagen kein weiterer Schnee. Vom Nachtfrost am Morgen wechselt das Wetter zu sonnigen Sommertagen mit Tagesmaxima über 25°C. Für viele wetterempfindliche Menschen eine attraktive Perspektive - für manche ein bedrohliches Szenario. Mit der Warmluft kommt auch wieder Saharastaub nach Mitteleuropa.

Der April gilt als wechselhafter Wettermonat und in diesem Jahr präsentierte er sein gesamtes Leistungssprektrum. Nach rekordwarmen Februar und März begann auch der April frühlingshaft. Allerorten erwachte die Vegetation frühzeitig aus der Winterruhe, selbst in den Mittelgebirgen. Doch dann kehrte noch einmal der Winter zurück mit Schneefall bis in die Niederrungen. Davon waren nicht nur Autofahrer überrascht, die, auch durch den heuer sehr frühen Ostertermin animiert, bereits auf Sommerbereifung umgerüstet hatten. Wahrscheinlich müssen Winzer und Obstbauern mit erheblichen Ernteeinbußen rechnen, da Jungtriebe und Blüten Schaden genommen haben.

Dagegen bedeutete der schnee- und regenreiche Temperaturrückgang für Pollenallergiker eine Erholungspause, die nun abrupt endet. Denn nach der fast zweiwöchige unterkühlte Wetterphase wird es nun pünktlich zu Wochenende und erstem Mai wieder sonnig und war. der wind dreht von Nord auf Südwest und schiebt milde Warmluft nach Mitteleuropa. Diesmal ist kein Saharastaub dabei, der in diesem Jahr auch hierzulande schon den Himmel eintrübte. Ernsthafte  Gesundheitsprobleme provozierte vor einer Woche der Saharastaub in Griechenland, wo extrem hohe Feinstaubbelastungen gemessen wurden, die nicht nur Menschen mit Atemwegserkankungen sondern auch ältere Menschen und solche mit Herz-Kreislauferkrankungen an ihre Belastungsgrenze führten.

Der Wüstenstaub besteht aus winzigen Sandkörnchen, die gleich doppelt den Sonnenschein trüben. Der direkte Effekt ist die Refelxion der Sonnenstrahlung an dem feinverteilten Staub in hohen Luftschichten. Dadurch gelangt weniger Licht- und Wärmestrahlung bis zum Boden. Der Himmel erscheint nicht blau sondern gelblich trübe. Der zweite Effekt ist ein indirekter: Die Staubpartikel wirken aus Kondensationskeime für den Wasserdampf in der Atmosphäre und fördern die Wolkenbildung. Diese „zusätzlich" gebildeten Wolken dämpfen ebenfalls das Sonnenlicht und die Wärmestrahlung.

Der Abschirmeffekt der Strahlung durch den Saharastaub funktioniert aber nicht nur in eine Richtung -also von der Sonne zum Erdboden - sondern auch in die andere - vom Erdboden ins Weltall. Die Wärme wird nur zögerlich ins Weltall abgestrahlt, durch Reflexion bleibt sie zwischen Erdboden und Saharastaub „gefangen“. So kann die Wärme bei hoher Luftfeuchte auch leicht in Schwüle umschlagen, insbesondere, wenn sich darin Gewitter bilden. Dennoch wird nach der Kälteperiode ein Tag mit Temperaturmaxima über 20°C als angenehmer Wetterwechsel wahrgenommen. Jetzt ist der optimale Zeitpunkt um am Auto und im Kleiderschrank von Winter- auf Sommergarderobe umszustellen. Auch wenn nach aktueller Wetterprognose die Höchstwerte nach dem Feiertag am 1. Mai wieder sinken und die Eisheiligen (11. - 15.5.) noch kommen - der Wetterwinter ist jetzt vorbei und der Frühling endgültig angekommen.

So kann die Wärme auch gleich in Schwüle umschlagen, insbesondere, wenn sich darin Gewitter bilden. Dennoch wird nach der Kälteperiode ein Tag mit Temperaturmaxima über 20°C als angenehmer Wetterwechsel wahrgenommen. Jetzt ist der optimale Zeitpunkt um am Auto und im Kleiderschrank von Winter- auf Sommergarderobe umszustellen. Auch wenn nach aktueller Wetterprognose die Höchstwerte nach dem Feiertag am 1. Mai wieder sinken und die Eisheiligen (11. - 15.5.) noch kommen - der Wetterwinter ist jetzt vorbei und der Frühling endgültig angekommen.

Quellen:

MSc.-Met. Sebastian Schappert: Ende der spätwinterlichen Witterung in Sicht. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 24.04.2024

Dipl.-Met. Adrian Leyser: Der Frühling legt den Turbo ein - aber der Motor stottert. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 27.04.2024

Update:

MSc.-Met. Sebastian Schappert: Wüstenstaub aus der Sahara. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 28.04.2024


Erstellt am 27. April 2024
Zuletzt aktualisiert am 28. April 2024

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