Wetter
Ruhiger Hochdruckherbst
Aktuell herrscht hierzulande ruhiges Herbstwetter und daran ändert sich auch in den kommenden Tagen nur wenig. Von den Azoren bis Osteuropa reckt sich eine stabile Hochdruckbrücke, die sich auf die Pfeiler „Silvi“ und „Tilda“ stützt.
Aber auch die ruhigste Hochdruckwetterlage kann nicht in Frieden leben, wenn es dem rasenden Tief am Südrand nicht gefällt. Das Mittelmeertief „Blas“ (internationaler Name) bläst von Süden kräftigen Wind gegen die Alpen, so dass die im Winter unter Hochdruckeinfluss typische nächtliche Auskühlung und Nebelbildung gehemmt wird. Für die Menschen in Mitteleuropa bedeutet der schneller schwindende Nebel einen spürbaren Gewinn an Sonnenschein und Strahlungswärme. Nur ganz im Norden, etwa vom Emsland bis nach Fehmarn und später bis zur Pommerschen Bucht, konserviert beharrliche Bewölkung weitgehend trübes Wetter mit sporadischem Regen; mancherorts im Bergland um 1.500m auch Schnee.
Dieses Regenband verschiebt sich langsam südwärts, bevor es dann zum Wochenende mit weiteren Wolken angereichert wird, die dann ganz Mitteleuropa bedecken und vielerorts Regen bringen. Ohne Wolken dominiert dann wieder Hochdruckwetter mit Nebel am Morgen, der sich nur langsam auflöst. Bleibt der Sonnenschein auch über Mittag abgeschirmt, verharrt die gefühlte Temperatur in nasskalter Luft bei 5°C. Wo sich der Nebel verflüchtigt oder nach sternklarer Nacht ist die empfundene Temperaturentwicklung deutlich dynamischer: Frost am frühen Morgen und 15°C im Sonnenschein zur Mittagszeit, eine angenehme Phase bis zur einsetzenden Dämmerung mit abrupter Kälte nach Sonnenuntergang.
Besonders drastisch kann dieser Effekt bei Inversionswetterlage auf Gipfeln erlebt werden. Dann ist die Lufttemperatur auf dem nebelfreien Berg höher als im tristen Tal - ein typischer Effekt des Winterhochdruckwetters. Der von einigen Medien für die kommenden Tage angekündigte massive Wintereinbruch wurde durch die aktuellen Wetterberechnungen abgesagt. Nichts ist so schwierig wie eine Prognose - wenn sie die Zukunft betrifft. Für Wetterprognosen über die Drei-Tage-Grenze hinaus gilt das in besonderem. Deshalb begnügen wir uns auf Menschenswetter mit einer Vorhersage für heute-morgen-übermorgen.
Quellen: Dipl.-Met. Sabine Krüger: Wenig Spannendes beim Wetter. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 10.11.2021
Erstellt am 10. November 2021
Zuletzt aktualisiert am 10. November 2021
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