Wetter
Jetzt wird es Winter!
Derzeit fließt mäßig-kalte Polarluft nach Deutschland. Insbesondere in Tallagen Süddeutschlands sowie in den östlichen Mittelgebirgen kann während der Nächte und am frühen Morgen „strenger Frost“ auftreten.
Frühwinterliche Wetterbedingungen mit Schneeregen oder Schneefall sind Menschen in Mitteluropa kaum noch gewöhnt. Die letzten Jahre entwickelte sich der Übergang vom Herbst zum Winter ausgesprochen mild. Das ist heuer (in diesem Jahr) anders. Auf der Westflanke eines Tiefs (Luftströmung entgegen dem Uhrzeigersinn um das Zentrum) strömt bereits mäßig-kalte Meeresluft aus polaren Regionen südwärts und flutet Deutschland und später auch Teile Österreichs.
Infolgedessen sinkt die Lufttemperatur auf Tagesmaxima unter 5°C; mancherorts muss mit Dauerfrost gerechnet werden. Vor allem höhere Lagen über 500m und Senken mit Nebel und Windstille sowie Flächen mit Schneedecke kühlen besonders stark aus. Wo der Himmel in den kommenden Nächten sternenklar bleibt, sinken die Tiefstwerte in den mäßigen Frost (-5 bis -10 °C); mancherorts sogar bis zum strengen Frost (unter -10 °C).
Diese Prognosen fügen sich nicht in die seit Jahren gewohnten Wetterszenarien zum Winterbeginn. Im Vergleich zum aktuellen Klimamittel des aktuellen Referenzzeitraums 1991 - 2020 ist es derzeit hierzulande „zu kalt“. Doch rekordverdächtig ist die Wetterlage damit noch lange nicht. Dazu müssten eine größere Zahl von Wetterstationen über einen längeren Zeitraum Werte um und unter -15°C und eine solide Schneedecke melden. Ende November wurden auch schon Temperaturminima unter -20°C gemessen; beispielsweise in Oberstdorf (Bayern) am 22. November 1998 ein Tiefstwert von -22,4 °C bei 33cm Schneedecke. Zum Vergleich: die niedrigste jemals in Deutschland gemessene Lufttemperatur wurde am 12. Februar 1929 in Wolnzach-Hüll (Bayern) gemessen mit -37,8 °C. Selbst auf der Zugspitze wurde noch nie so kalte Luft gemessen, hier liegt der Minimalrekord bei -35,6 °C im Februar 1940.
Auch wenn solch eine Extremtemperatur derzeit nicht zu erwarten ist, sollte man nun in allen Bereichen auf „Winter“ umstellen: Empfindliche Pflanzen abdecken oder unterstellen, Gartenbewässerung abstellen, das Auto bei Reifen und Wischwasser winterfest machen, die Wintermäntel hervorholen und wetterempfindliche Menschen mit chronischen Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen müssen nun vor allem frühmorgens mit starken Kältereizen rechnen. Bei Menschen mit Atemwegserkrankungen (Asthma, COPD) kann die Atemmuskulatur verkrampfen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen müssen mit einem sprunghaften Blutdruckanstieg rechnen. Und die dunkle Jahreszeit stellt für Menschen mit empfindsamen Gemüt eine besondere Herausforderung dar. Für alle Betroffenen ist ein Spaziergang am frühen Nachmittag eine gute Gelegenheit, die eigene Gesundheit zu stärken. Das Tageslicht und die im Tagesverlauf angewärmte Luft unterstützen die Bewegung an der frischen Luft und fördern die „Gute Laune“.
Quellen: MSc.-Met. Sebastian Schappert: Eisige Nächte am Wochenende. Thema des Tages, Deutscher Wetterdienst, Vorhersage- und Beratungszentrale vom 20.11.2025
Erstellt am 21. November 2025
Zuletzt aktualisiert am 21. November 2025
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