Wetter
Frühlingserfrischung
Das Sonnenschein-Hoch „Hannelore“ hat sich ostwärts zum Schwarzen Meer verlagert und so konnte das Tief „Karsten“ eiskalte Polarluft nach Mitteleuropa lenken. Begleitet von kräftigem Wind. Wolken und Regen mancherorts auch Graupel und Schnee, zelebrierten die Wintervariante des Aprilwetters. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von einem „aprilligen Spätmärztag“. Für wetterempfindliche Menschen war dieser rasante Rückgang der gefühlten Temperatur eine unangenehme Überraschung.
Ein Tagesmaximum von 8°C ist für März kein besonders niedriger Thermometerwert. Doch im Kontrast zu den sonnenscheinverstärkten 20°C am Tag zuvor, bewirkt der mit den garstigen Begleiterscheinungen garnierte Temperaturrückgang eine markante Beeinträchtigung der Gesundheit von chronisch kranken Menschen. Wer unter Muskelverkrampfungen, Gelenkbeschwerden oder Schmerzen leidet, wird die Symptome derzeit intensiver empfinden, als noch vor zwei Tagen. Blutdruckmessungen zeigen höhere Werte an und der rasche Wetterwechsel beeinträchtigt im ersten Moment Konzentrationsfähigkeit und Motivationsbereitschaft. Lediglich Menschen mit Schlafstörungen dürfen durch die Kälte auf eine bessere Schlafqualität hoffen.
Auf „Karsten“ folgt das kleinräumige Tief „Louie“, das für Nachschub an frostig frischen Luftmassen sorgt. Am Boden ist kaum etwas zu spüren. Die Karsten-Kaltluft hat hier die warme Luft bereits emporgehoben und beiseite geschoben, denn kalte Luft ist schwerer als warme. Doch nun dominiert auch in den oberen Atmosphäreschichten die Polarluft; in circa 5.500 Metern Höhe werden circa zu -37°C erreicht. Feuchte Warmluft kann in dieser Umgebung keinen Wasserdampf mehr speichern. Entlang der vorrückenden Kaltfront regnet es, auch einzelne Gewitter können auftreten. Entlang der Mittelgebirge und der Alpen verstärkt sich dieser Effekt aufgrund der Staulage an den Berghängen. Hier sinkt die Schneefallgrenze auf 600m, mancherorts können bis in die Niederungen 10 bis 20cm Neuschnee fallen.
Der nächste positive Temperatursprung kündigt sich jedoch bereits an. Über den Nordatlantik entwickelt sich das Hoch „Irmelin“, das sich in den nächsten Tagen ostwärts in Richtung Mitteleuropa verlagert. Der nächste Wetterwechsel steht unmittelbar bevor. Für viele Menschen mit umfangreicher Lebenserfahrung bedeutet dies zunächst eine spürbare Kreislaufbelastung mit dem Risiko für Schwindel und Stürze. Hat sich das Wetter jedoch wieder auf sonnig und warm umgestellt, bessert sich das allgemeine Gesundheitsempfinden jedoch schnell wieder: eine positive Perspektive für das kommende Wochenende.
Quellen: MSc.-Met. Sebastian Schappert: Nach dem "kraftlosen KARSTEN" bringt uns der "lebhafte LOUIE" das Aprilwetter zurück. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 24.03.2019
Dipl.-Met. Martin Jonas : Luftdruckgegensätze. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 25.03.2019
Erstellt am 26. März 2019
Zuletzt aktualisiert am 26. März 2019
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