Wetter
Flugzeuge formen Federwolken
Den idealen Sommerhimmel zieren wenige kleine Haufenwolken (Cumulus), deren Schatten auch dann rasch vorüber zieht, wenn kaum Wind zu spüren ist. Sie liegen tief über der Landschaft und scheinen „zum Greifen nah“. Ebenso sommertypisch, wenn auch nicht mit der selben Zuverlässigkeit auf Kinderbildern zu finden, sind transparente, sehr hoch liegende Wolken aus Eiskristallen, oft langgestreckt und einseitig ausgefranst gleichen sie (mit etwas Phantasie) einer Feder: die Cirruswolken (lateinisch cirrus = Haarlocke).
Im Wetterbericht werden sie gerne als „dünne“ Wolken bezeichnet, da sie im Sommer die Sonnenstrahlung kaum merklich abschirmen. Im Winter, bei tiefstehender Sonne, können Cirren dagegen als dünne Hochnebeldecke eine hohe Streuung des Sonnenlichts und damit einen Himmel in deprimierendem Einheitsgrau bewirken.
Sommercirren beeinflussen dagegen den Wettercharakter nur wenig - und oftmals sind sie unnatürlichen Ursprungs. Gerade zur Urlaubszeit, wenn viele Menschen zur Erholung in ferne Länder reisen, ziehen sich extrem langgestreckte Cirruswolken als konfuses Linienmuster über den Himmel: Kondensstreifen der Flugzeuge. Wie natürliche Cirren sind es Wolken aus feinen Eiskristallen die sich am Ausgang der Düsentriebwerke bilden. Zuvor wurde die an sich sehr wasserdampfarme Luft in der Triebwerken stark komprimiert (zusammengedrückt) und beschleunigt, um beim Verlassen der Düse wieder zu expandieren. Dieser abrupte Druckverlust bewirkt eine enorme (adiabatische) Abkühlung der Abgase, die Umgebungsluft in 10 - 15km Höhe (Reiseflughöhe) liegt bei rund -40°C. Der Ruß in den Abgasen liefert reichlich Kristallisationkeime; der wenige Wasserdampf gefriert zu einem feinen Nebel aus Eiskristallen - vom Boden aus als schmales Cirruswolkenband zu sehen. In der zumeist sehr trockenen Umgebungsluft lösen sich die unnatürlichen Cirren nach wenigen Minuten auf. Natürliche Sommercirren sind infolgedessen ein Zeichen für hohe relative Luftfeuchte in großer Höhe.
Quellen: Dipl.-Met. Martin Jonas: Dünne schmale Wolken. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 16.08.2016
Erstellt am 18. August 2016
Zuletzt aktualisiert am 23. August 2016
Unterstützen Sie Menschenswetter!
Die Höhe des Beitrags liegt in Ihrem Ermessen.
Auferstehung des Frühlings zu Ostern
Die Menschen in Mitteleuropa dürfen sich jetzt auf sonnigwarmes Wetter freuen. Über die Ostertage und noch ein wenig darüber hinaus strömt Warmluft heran und Hochdruckwetter vertreibt die Wolken - leider nicht dauerhaft, es bleibt eine flüchtige Frühlingsepisode. weiterlesen...

Das Projekt Menschenswetter
Temperatur triggert den Herztod
Bei Klima und Wetter ist nicht Hitze sondern Kälte der wirkmächtigste Risikofaktor für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine aktuelle Studie an erwachsenen US-Amerikanern bestätigt weltweit erhobene Daten. weiterlesen...
Patienten-Arzt-Gespräch
Heutzutage ist es aus vielen Gründen für jüngst Erkrankte einfacher zum Computer zu gehen als zum Arzt. Erst einmal im Internet nachsehen, was die Symptome bedeuten, welche Krankheit die Gesundheit angegriffen hat. Doch sitzt man dann im Sprechzimmer, will der Arzt davon gar nichts wissen - warum eigentlich nicht? weiterlesen...
Wer als Senior noch Sex hat, bleibt klarer im Kopf
Alt ist relativ und beim aktiven Sexualleben ist neben der Regelmäßigkeit auch die subjektive Qualität relevant, damit der sinnlich motivierte Körper einen frischen Geist belebt. weiterlesen...
Risikowetter bei Atemnot
Für Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atmung ist Wetter eine saisonal wechselhafte Herausforderung für die Gesundheit. Das gilt sogar für Spanien, wo die Winter milder und die Sommer noch heißer sind als hier in Mitteleuropa. Auch dort werden während der kühleren Jahreszeit mehr Menschen mit Atemwegserkrankungen in Kliniken eingeliefert als im extrem heißen Sommer. Andererseits verlaufen die akuten Krisen bei Hitze deutlich häufiger dramatisch bis tragisch. weiterlesen...