Leguminosen reduzieren LDL-Cholesterin
Hülsenfrüchte senken den Cholesterinspiegel
Erbsen, Bohnen, Linsen lassen das LDL (Low Density Lipoprotein) im Blut verschwinden. Schon 130g pro Tag genügen, um die Werte um 5% zu senken. Damit reduziert sich auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Das ist zumindest die Schussfolgerung des Forscherteams um Dr. John Sievenpiper vom St. Michael’s Hospital in Toronto (Kanada). Zu den Hülsenfrüchte (Leguminosen) zählen beliebte Nahrungsmittel wie Kichererbsen (Cicer arietinum), Linsen (Lens culinaris), Bohnen (Vinga spec.), Erbsen (Pisum sativum), Sojabohnen (Glycine max) aber auch Erdnüsse (Arachis hypogaea). In einer Vielzahl der weltweit verbreiteten Kochkulturen zählen sie zu den Grundnahrungsmitteln. Zum einen sind sie durchweg wertvolle Eiweiß- und Magnesiumspender bei geringerem Fettanteil als tierische Proteine, zum anderen lassen sie sich trocknen und dadurch konservieren.
Die Wissenschaftler weisen noch auf eine andere Eigenschaft hin: Hülsenfrüchte haben einen geringen glykämischen Index (GI, Glyx) - ihre Nährstoffe werden bei der Verdauung nur langsam vom Körper aufgenommen. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel weniger rasant an und auch die Insulinausschüttung verläuft moderater als bei Nahrungsmitteln mit hohem Zuckeranteil (beispielsweise Karotten, Äpfel, Gummibärchen).
Die Wissenschaftler hatten Ergebnisse aus 26 Studien mit insgesamt 1.037 Teilnehmern analysiert und zusammengefasst. In der Gesamtschau zeigte sich, dass sich durch die Ernährungsumstellung der LDL-Spiegel bei Männern stärker absenkte als bei Frauen. Das könne jedoch auch daran liegen, dass sich viele Frauen ohnehin schon gesünder ernähren. Ein Umstellung des Speiseplans wirkt sich dann nicht mehr so deutlich aus, wie bei der oftmals cholesterinreichen Männerkost.
Hülsenfrüchte können nahezu unmerklich in die tägliche Ernährung integriert werden, als Bohnen- oder Erbsenpüree anstelle der gewohnten Nudel- oder Kartoffelvariationen, als Brotaufstrich, als Salatbestandteil oder als Knabberei. Zudem sind Hülsenfrüchte preiswert. Der für viele Menschen offensichtliche Nachteil eine Ernährung mit hohem Anteil an Hülsenfrüchten sind Bauchgrimmen und Blähungen. Diese Nebenwirkungen entstehen durch hochspezialisierte Bakterien im Darm, die nun unverhofft überreichlich Nahrung finden. Sie vermehren sich rasant und bringen das Gleichgewicht der etablierten Darmflora durcheinander. Doch nach wenigen Tagen, spätestens Wochen einer Ernährung mit Hülsenfrüchten stellt sich ein neues stabiles Gleichgewicht unter den darmbesiedelnden Bakterien ein – das Getöse verstummt, aber die positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel bleibt erhalten.
Ob das Erbspüree zum Eisbein allerdings ausreicht, um diese Berliner Spezialität cholersterinneutral zu nennen? Das muss weiterhin bezweifelt werden, leider.
Quellen: Ha, V. et al. (2014): Effect of dietary pulse intake on established therapeutic lipid targets for cardiovascular risk reduction: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Canadian Medical Association Journal (CMAJ), online veröffentlicht am 07.04. 2014. DOI: 10.1503/cmaj.131727
Erstellt am 8. April 2014
Zuletzt aktualisiert am 8. April 2014
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