Wetter

Nebel auf Wiesen und Gewässern

von Holger Westermann

Seit Herbstbeginn erscheint die Sonne auch an wolkenlosen Tagen erst einige Stunden nach Sonnenaufgang am Himmel. Frühnebel hält Licht und Wärme fern. Derweil ist es unangenehm feuchtkalt, die gefühlte Temperatur sinkt unter den Thermometerwert. Denn die feuchte Luft kann Körperwärme optimal ableiten, nicht nur wetterempfindliche Menschen frösteln. Sobald die Sonne die Schwaden durchdringt, schwindet die Luftfeuchtigkeit und wen die Wärmestrahlung trifft, der beginnt zu schwitzen.

Nebel entsteht, wenn sich feine Wassertröpfchen in Bodennähe konzentrieren, die aus kondensiertem Wasserdampf entstanden sind. Man könnte Nebel auch als bodennahe Wolke bezeichnen. Je dichter die Wassertröpfchen in der Wolke beieinanderschweben, desto dichter ist der Nebel. Erst unterhalb einer Sichtweite von 1 km sprechen Meteorologen von Nebel (darüber von Dunst).

Im Herbst treten zwei Naturphänomene auf, die Nebelbildung begünstigen. In beiden Fällen wird die Luft soweit mit Wasserdampf gesättigt, bis der Taupunkt (Temperatur-Luftfeuchte-Verhältnis bei 100% relativer Luftfeuchte) erreicht ist und feine Wassertröpfchen entstehen. Zum einen kann die Temperatur absinken, bis sie ihre Feuchtigkeit nicht mehr tragen kann. Zum anderen kann zusätzliche warme Feuchtigkeit in die Luft gedrückt werden, die dann unmittelbar wieder kondensiert. So unterscheiden Meteorologen drei Nebeltypen: Abkühlungsnebel, Verdunstungsnebel und Mischungsnebel.

Der Abkühlungsnebel wird durch eine Abkühlung bodennaher Luftschichten ausgelöst. Da kalte Luft weniger Wasserdampf aufnehmen kann als warme, steigt im Verlauf der Abkühlung die relative Luftfeuchtigkeit, bis sie gesättigt (100% relative Luftfeuchte) ist und Wassertröpfchen kondensieren. Notwendig ist dafür eine deutliche und schnelle  Abkühlung der Luft. Im Herbst treten zwischen sonniger Mittagszeit und frostigem Morgen drastische Temperaturdifferenzen auf, ideale Bedingungen für Abkühlungsnebel. Prinzipiell kann die Abkühlung durch drei Phänomene hervorgerufen werden:

  • Strahlungsnebel - Nächtliche Abkühlung durch Abstrahlung langwelliger Wärmestrahlung bei wolkenlosem Himmel
  • Advektionsnebel - einströmende feucht-warme Luft kühlt über einem kalten Untergrund (gefrorener Boden) sehr schnell ab
  • Orografischer Nebel – Abkühlung beim Aufstieg der Luft an einem Berg


Verdunstungsnebel entsteht, wenn bodennahe Luftschichten mit Wasserdampf durch einen warmen und sehr feuchten Untergrund angereichert werden und so der Taupunkt überschritten wird. Während des Sommers erwärmte Gewässer strahlen die gespeicherte Energie nicht so schnell ab wie der Boden oder die Luft. Es bildet sich an der Wasseroberfläche eine Schicht feuchter Warmluft, die sich beim Durchmischen mit der darüberliegenden Luft rasch abkühlt. Je nach Gewässer wird dieser Nebel auch Meerrauch, Seerauch oder Flussrauch genannt.

Beim Mischungsnebel wird die Luft dadurch gesättigt, dass sich die Luft durch Mischung abkühlt und gleichzeitig mit Wasserdampf angereichert wird. Mischungsnebel gibt es beispielsweise bei Regen oder bei Warmfronten an der Vorderseite von Tiefausläufern, wo feuchte und warme Luft mit kalter und trockener durchmischt wird.

Quellen:

Dipl.-Met. Simon Trippler: Nebelmorgen. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 25.09.2013

Erstellt am 25. September 2013
Zuletzt aktualisiert am 25. September 2013

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