Nur spezielle Omega-3-Fettsäuren machen Fisch gesund
Wie Fischöl den Blutdruck senkt
Fisch auf dem Speiseplan gilt, wenn er nicht frittiert oder zu fett gebacken wird, als sehr gesunder Proteinlieferant. Doch gerade die von Natur aus fetthaltigen Fischarten wie Heringen, Lachsen, Sardellen und Makrelen gelten als besonders gesund: Sie senken den Blutdruck, stärken das Immunsystem, schützen das Nervensystem und haben einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System. Aber warum? Jetzt gibt es dafür eine schlüssige Erklärung.
„Bisherige klinische Studien zur Einnahme von Nahrungsergänzungsstoffen mit Omega-3-Fettsäuren zeichneten allerdings kein klares Bild“, sagt Prof. Dr. Stefan H. Heinemann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Vor allem die molekulare Wirkungsweise der Omega-3-Fettsäuren war bisher nicht vollständig verstanden“, so der Biophysiker. Jetzt konnten Wissenschaftler der an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der University of Pennsylvania in Quakers zeigen, warum nur Fettsäuren aus natürlichem Fischöl wirken – und wie sie wirken.
Offensichtlich unterstützt die vornehmlich in Fisch vorkommende Fettsäure Docosahexaensäure (DHA, Docosahexaenacid) die Funktion spezieller Tunnelproteine für Kalium in den Zellmembranen. Diese Kaliumkanäle (Slo1) haben eine besondere Bedeutung für die Blutdruckregulation. Eine Aktivierung des Slo1-Kanals durch DHA führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße, der Blutdruck sinkt.
Chemisch sehr ähnlich gebaute Fettsäuren pflanzlicher Herkunft (beispielsweise alpha-Linolensäure, ALA) oder synthetisch erzeugt sind dagegen weitgehend wirkungslos, sie können sogar schaden. Die in einer Vielzahl von Nahrungsergänzungsmitteln mit dem Namensbestandteil „Omega-3“ oder sogar „Fischöl“ angepriesenen Fettsäuren blockieren die Anknüpfungsstellen für DHA an den Slo1-Kanälen und behindern dadurch den positiven Effekt für die Gesundheit.
„Die Einnahme von nicht-natürlichen Omega-3-Fettsäuren kann demnach auch kontraproduktiv sein“, so das Fazit der Forscher.
Quellen: Was Fisch so gesund macht. Pressemitteilung der Universität Jena vom 5.03.2013 Hoshi, T. et al. (2013a): Omega-3 fatty acids lower blood pressure by directly activating large-conductance Ca2+-dependent K+ channels. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS), online veröffentlicht am 04.03.2013. DOI: 10.1073/pnas.1221997110 Hoshi, T. et al. (2013b): Mechanism of the modulation of BK potassium channel complexes with different auxiliary subunit compositions by the omega-3 fatty acid DHA. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS), online veröffentlicht am 04.03.2013. DOI: 10.1073/pnas.1222003110
Erstellt am 8. März 2013
Zuletzt aktualisiert am 8. März 2013
Unterstützen Sie Menschenswetter!
Die Höhe des Beitrags liegt in Ihrem Ermessen.
Auferstehung des Frühlings zu Ostern
Die Menschen in Mitteleuropa dürfen sich jetzt auf sonnigwarmes Wetter freuen. Über die Ostertage und noch ein wenig darüber hinaus strömt Warmluft heran und Hochdruckwetter vertreibt die Wolken - leider nicht dauerhaft, es bleibt eine flüchtige Frühlingsepisode. weiterlesen...

Das Projekt Menschenswetter
Temperatur triggert den Herztod
Bei Klima und Wetter ist nicht Hitze sondern Kälte der wirkmächtigste Risikofaktor für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine aktuelle Studie an erwachsenen US-Amerikanern bestätigt weltweit erhobene Daten. weiterlesen...
Patienten-Arzt-Gespräch
Heutzutage ist es aus vielen Gründen für jüngst Erkrankte einfacher zum Computer zu gehen als zum Arzt. Erst einmal im Internet nachsehen, was die Symptome bedeuten, welche Krankheit die Gesundheit angegriffen hat. Doch sitzt man dann im Sprechzimmer, will der Arzt davon gar nichts wissen - warum eigentlich nicht? weiterlesen...
Wer als Senior noch Sex hat, bleibt klarer im Kopf
Alt ist relativ und beim aktiven Sexualleben ist neben der Regelmäßigkeit auch die subjektive Qualität relevant, damit der sinnlich motivierte Körper einen frischen Geist belebt. weiterlesen...
Risikowetter bei Atemnot
Für Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atmung ist Wetter eine saisonal wechselhafte Herausforderung für die Gesundheit. Das gilt sogar für Spanien, wo die Winter milder und die Sommer noch heißer sind als hier in Mitteleuropa. Auch dort werden während der kühleren Jahreszeit mehr Menschen mit Atemwegserkrankungen in Kliniken eingeliefert als im extrem heißen Sommer. Andererseits verlaufen die akuten Krisen bei Hitze deutlich häufiger dramatisch bis tragisch. weiterlesen...