Wetter

16.07.2012: Meteorologische Fernerkundung II: Wettersatelliten

von Holger Westermann

Wettersatelliten vermessen die Dynamik in der Atmosphäre indem sie die Wolken beobachten. Zudem werden aus der Weltraumperspektive Windbewegungen, Strahlungstemperaturen, Schnee- und Eisbedeckung, Oberflächentemperatur von Wasser- und Landflächen sowie der Zustand der Atmosphäre aufgezeichnet. Nicht nur dort, wo Menschen auch Wetterstationen betreiben können, sondern auch über Gebirgen, Wüsten und Meeren. So ergibt sich ein komplettes Bild des aktuellen Wettergeschehens als Grundlage für eine Prognose der Wetterentwicklung in den kommenden Tagen.

Es gibt geostationäre und polarumlaufende Wettersatelliten. Geostationäre Satelliten umkreisen die Erde parallel zum Äquator mit derselben Winkelgeschwindigkeit wie die Erde in einer Höhe von etwa 36.000 km. Somit steht der Satellit quasi über einem Punkt der Erdoberfläche und beobachtet so stets denselben Bildausschnitt der Erde. Diese geostationären Aufnahmen stehen in hoher zeitlicher Auflösung zur Verfügung.

Polarumlaufende Satelliten kreisen dagegen von Pol zu Pol in etwa 800 km Höhe um die Erde. Für eine komplette Erdumrundung benötigen sie rund 100 Minuten. Inzwischen dreht sich die Erde ein wenig weiter in Äquatorrichtung. Nach jedem Erdumlauf überfliegt der Satellit einen anderen Streifen der Erde. Nach zwölf Stunden wurde die gesamte Erdoberfläche einmal überflogen. Die polarumlaufenden Satelliten besitzen zwar eine geringere zeitliche, dafür aber eine höhere räumliche Auflösung.

Die ersten polarumlaufenden Wettersatelliten wurden von den USA schon vor mehr als 50 Jahren ins All geschossen. Europa startete sein eigenes METEOSAT-Programm (engl. für Meteorological Satellite) vor rund 35 Jahren. Vor wenigen Tagen, am 5. Juli 2012, gelangte nun MSG 3, ein Satellit aus der zweiten METEOSAT-Generation in die Umlaufbahn (METEOSAT Second Generation, MSG). Voraussichtlich im Januar 2013 wird MSG 3 seinen operationellen Dienst als METEOSAT 10 aufnehmen. Bis dahin liefert weiterhin METEOSAT 9 rund um die Uhr genaue Satellitendaten für Europa, Afrika und dem Atlantik.

Überwacht und betrieben werden die METEOSAT Satelliten von der Europäischen Organisation für meteorologische Satelliten (EUMETSAT) in Darmstadt. Sie stehen nicht für sich allein, sondern sind Teil eines globalen Wettersatellitensystems. Deren Daten werden international gemeinsam genutzt und in Großrechenanlagen eingespeist um Prognosen für das Wettergeschehen zu erstellen.

Quellen:

Dipl.-Met. Johanna Anger: Meteorologische Fernerkundung: Wettersatelliten. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 16.07.2012

Erstellt am 16. Juli 2012
Zuletzt aktualisiert am 19. September 2012

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