Wetter

21.02.2012: Hochdruckgebiet „Eitel“, wer denkt sich eigentlich so etwas aus?

von Holger Westermann

Hoch- und Tiefdruckgebiete werden in den Medien, so auch bei Menschenswetter, beim Namen genannt. Das ist sehr praktisch, denn gerade in den dynamischen Jahreszeiten Frühling und Herbst jagen die Tiefdruckgebiete in schneller Folge über Deutschland hinweg und ohne eine eindeutige Bezeichnung kann man da schnell durcheinander kommen. Aber wie kommen die Hoch- und Tiefdruckgebiete zu ihrem Namen?

In Deutschland vergibt seit 1954 das Institut für Meteorologie der Freien Universität in Berlin diese Namen. Zunächst erhielten die Hochdruckgebiete männliche Vornamen, Tiefdruckgebiete erhielten entsprechend weibliche. Eine Idee der damaligen Studentin an der FU Berlin Karla Wege, Menschen mit fortgeschrittener  Biographie werden sich noch an sie als Meteorologin im ZDF erinnern. Für die kommenden 44 Jahre gab es nun eindeutige Benennungsregeln.

Diese Namensregel führte nun aber dazu, dass mit den männlichen Hochdruckgebieten meist schönes Wetter verbunden war, Wolken und Regen aber einen weiblichen Namen trugen. In den 80er Jahren wurde dahinter eine von langer Hand geplante chauvinistische Intrige vermutet, empörte Proteste von Frauenverbänden waren die Folge. Deshalb wechseln seit 1998 die Hoch- und Tiefdruckgebiete im jährlichen Turnus ihr "Geschlecht". In geraden Jahren (wie 2012) tragen die Hochdruckgebiete männliche Vornamen, in ungeraden kommen die Damen zum Zug.

Im November 2002 wurde dann die Aktion "Wetterpate" ins Leben gerufen. Wie im richtigen Leben konnte der Pate nun bei der Namensfindung des Täuflings mitreden. Für den Namensvorschlag für ein Hochdruckgebiet sind € 299,- und für ein Tiefdruckgebiet € 199,- zu bezahlen. Dafür erhält der Namenspate auch ausführliches Material zu seinem Wetterwirbel, wie Wetterkarten und eine Dokumentation der Lebensgeschichte des Druckgebildes. Das so eingenommene Geld kommt der Klimabeobachtung und der studentischen Wetterbeobachtung am Institut für Meteorologie der FU Berlin zugute.

Warum sind die Patenschaft für Tiefdruckgebiete billiger als für Hochdruckgebiete? Das ist eine Folge des knappen Angebots an Hochdruckgebieten. Die Namen der Tiefdruckgebiete durchlaufen im Verlauf eines Jahres vier- bis fünfmal das Alphabet, Hochdruckgebiete hingegen meist nur zweimal. Das liegt daran, dass Tiefs meist kurzlebiger sind. Dafür sind es aber gerade Sturmtiefs, die in den Medien von sich Reden machen.

Wie geht es weiter mit unserem Wetter und dem aktuellen Hoch „Eitel“? In den nächsten Tagen hält sich vor allem in Süddeutschland der Hochdruckeinfluss. Jedoch überqueren immer wieder Tiefausläufer unser Vorhersagegebiet, die unbeständiges und teils recht windiges Wetter mit sich bringen. Dabei wird es zunehmend milder, die Temperaturen erreichen am Freitag deutschlandweit 10 °C und mehr.

Quellen:

M.Sc. Met. Stefan Bach: Ein eitles Hoch? - Nein, Hoch Eitel! Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 21.02.2012

Erstellt am 21. Februar 2012
Zuletzt aktualisiert am 19. September 2012

Unterstützen Sie Menschenswetter!

Die Höhe des Beitrags liegt in Ihrem Ermessen.

Weitere Informationen...

 3 Euro    5 Euro    12 Euro  
 Betrag selbst festlegen  

Kalenderblattwinter

Karl im Schnee

Wer heutzutage nicht nur sein Smartphone zur Datumsinformation nutzt, sondern noch einen Wandkalender mit Landschaftspanoramen aufhängt, wird während der Wintermonate auf Prospekte mit schneebedeckter Natur blicken. In den zurückliegenden Jahren muteten diese Bilder doppelt nostalgisch an, aufgrund des antiquierten Kalendertyps und aufgrund der Darstellung einer Winterlandschaft, die es schon seit Jahren nur noch im Bergland gab. Doch heuer (in diesem Jahr) präsentiert sich hierzulande im Flachland ein Kalenderblattwinter.

  weiterlesen...


Admarker

Das Projekt Menschenswetter

Unterstützen Sie Menschenswetter!

Die Höhe des Beitrags liegt in Ihrem Ermessen.

 

 3 Euro    5 Euro    12 Euro  
 Betrag selbst festlegen  

  weiterlesen...


Es tut gut für andere Gutes zu tun

Als Altruismus etikettiert man jedes Engagement zugunsten eines Mitmenschen, das vordergründig keinen Vorteil, sondern lediglich Aufwendungen oder sogar Risiken verursacht. Für das soziale Gehirn des Menschen ist „Gutes tun“ allerdings immer ein Gewinn. Die Glückshormone Dopamin und Oxytocin werden freigesetzt und verbessern das Wohlbefinden. Zudem wird die „gute Tat“ als Handlung von hohem Rang interpretiert, denn helfen kann man nur von oben nach unten (Alles andere sind geschuldete Handreichungen). Doch es gibt noch einen weiteren „guten Grund“ für altruistisches Verhalten: die eigene Schmerzempfindlichkeit sinkt. weiterlesen...


Admarker

Ratgeber von Menschenswetter Redakteur Holger Westermann für die Deutsche Fibromyalgie Vereinigung (DFV) e.V.

Ratgeber Fibromyalgie weiterlesen...


Raucher sind Corona-Risikogruppe

Ist eine Lunge durch regelmäßiges Zigarettenrauchen bereits geschädigt, ist eine Invasion durch Coronaviren erheblich leichter möglich als bei einem gesunden Atemorgan. Raucher sind insofern doppelte Risikogruppe: Sie müssen mit einer höheren Infektionswahrscheinlichkeit leben und mit dem schweren Verlauf ihrer Corona-Erkrankung rechnen. weiterlesen...


Wetter beeinflusst die Corona-Viren nur wenig, aber die Jahreszeit

Corona erreichte Mitteleuropa im Frühling 2020, die Zahl der Erkrankten schnellte empor, in den ersten Monaten starben viele Menschen. Während des sehr warmen und vielerorts sehr trockenen Sommers sank die Zahl der identifizierten Infizierten deutlich, obwohl nun schon sehr viel häufiger getestet wurde. Mancher hoffte, dass der Spuk der Pandemie damit verflogen sei. Doch mit der ersten Abkühlung im Herbst rollte eine zweite Infektionswelle heran, die das öffentliche Leben wieder in enge Schranken wies. Provoziert oder ermöglicht kühles Wetter Corona-Infektionen? weiterlesen...