Wetter

Warmluft aus dem Süden

von Holger Westermann

Die Tiefdruckgebiete „Elke" und „Freya" führen noch einmal ungewöhnlich warme Luft nach Mitteleuropa. Die zuerst spürbare „Elke" ist ausgeprägter Tiefdruckkomplex mit mehreren Randtiefs, dessen Zentrum sich über dem Nordmeer vor der Küste Norwegens befindet. Tief "Freya" ist dann deren Nachfolgerin in Form eines Sturmtiefs bei Irland. Mitteleuropa lieg also zunächst an der Ostseite dieser Tiefs.

Tiefdruckgebiete kommen hierzulande zumeist vom Atlantik, ziehen dann über Mitteleuropa gen Osten und lösen sich dann über Skandinavien, Finnland oder Russland auf. Insofern kann man bei der Ostflanke auch von der Vorderseite der Tiefs sprechen. Da sich die Luftmassen in einem Tiefdruckgebiet auf der Nordhalbkugel immer entgegen dem Uhrzeigersinn bewegen, fördert jedes durchziehende Tief erst einmal Luft aus dem Süden nach Norden, die Menschen spüren einen Warmlufteinstrom. Normalerweise folgt dann auf der Rückseite eines Tiefs der Vorstoß kalter Luft von Norden nach Süden.

In der aktuellen Situation werden sehr milde Luftmassen herangeführt. In Süddeutschland steigt die Lufttemperatur 1500 Metern Höhe auf bis zu 15°C. In den tiefergelegenen Ebenen ist die Temperatur zu dieser Jahreszeit knapp 10°C höher (im Hochsommer bis zu 15°C, im Winter dagegen weniger). So wird in den nächsten Tagen die Temperatur im Flachland vielerorts nochmals auf spätsommerliche Werte steigen. Vor allem die Regionen südlich des Mains kommt in den Genuss wohliger Wärme - in Oberbayern klettert das Thermometer bis auf 25°C. Doch auch andernorts kann zuversichtlich mit bis zu 20°C gerechnet werden. Einzige Ausnahme bilden die Regionen nördlich der Elbe. Am wärmsten wird es wahrscheinlich vom Oberrhein über Franken bis nach Mitteldeutschland mit bis zu 26°C. So kann es mancherorts nochmals für einen Sommertag im Oktober reichen.

Neben dem Rheinland, Bayern und Baden-Württemberg darf auch Mitteldeutschland, und dort speziell die Leipziger Tieflandsbucht auf einen markanten Warmluftzustrom hoffen. Trotz der ungewöhnlichen Oktoberwärme ist man von einem Temperaturrekord, von einem neuen deutschlandweiten Maximum weit entfernt, und auch Monatsdekadenrekorde dürften - wenn überhaupt - nur an ganz einzelnen Stationen gebrochen werden. Was bleibt ist, nochmal die Chance auf milde Temperaturen im Freien zu nutzen. Zumindest dort, wo es möglich ist. Denn trocken bleibt es nur gebietsweise vor allem im Nordosten und anfangs im Süden. Bereits ab Montagabend und der Nacht zum Dienstag geht es dann mit einer hereinziehenden Kaltfront der warmen Luft schon wieder an den Kragen.

Quellen:

M.Sc. Felix Dietzsch: Warme Grüße aus dem Süden. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 15.10.2021

Erstellt am 16. Oktober 2022
Zuletzt aktualisiert am 16. Oktober 2022

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