Auch bei älteren Menschen bessern sich körperliche, geistige und mentale Fitness

Für den positiven Effekt genügt schon eine Trainingseinheit

von Holger Westermann

Sport strafft den Körper, verlängert die Ausdauer, erfrischt den Geist und befreit das Gemüt. Der dazu notwendige Aufwand wird von vielen Menschen überschätzt. In einer kleinen experimentellen Studie mit betagten Bewegungsmuffeln bewirkte schon moderates aber regelmäßiges Engagement eine deutliche Verbesserung.

Bewegung bewirkt viele Vorteile für die Gesundheit. Spürt der Körper die Herausforderung beschleunigt sich der Kreislauf, werden Hormone ausgeschüttet, die das allgemeine Wohlbefinden verbessern und die Stressbelastung senken. Unmittelbar sinkt auch die Schmerzempfindlichkeit. Mittelfristig, schon nach wenigen Trainingswochen, bessern sich Fitness, Ausdauer und Kondition. Doch wie intensiv und wie häufig müssen die Trainingseinheiten absolviert werden?

Ein Forscherteam der Universität von Iowa (USA) untersuchten, wie moderates Ergometer-Training (Fahrrad-Hometrainer) bei Senioren (60-80 Jahre alt) die körperlichen und kognitiven Funktionen verbessert. Es zeigte sich in der Untersuchung der Fitnessparameter (Atmung, Herzschlag, Sauerstoffkonzentration im Blut), dass für eine spürbare Besserung der körperlichen Belastbarkeit ein regelmäßiges Training notwendig ist. Dazu traten die Teilnehmer während der drei Monate Beobachtungszeit dreimal pro Woche 50 Minuten lang in die Pedale; eine Gruppe bei mäßiger und eine andere Gruppe mit geringer Kraftanstrengung. In beiden Gruppen besserte sich dadurch die körperliche Fitness messbar - und nachhaltig.

Anders das Ergebnis bei der Untersuchung der geistigen Fähigkeiten, beispielsweise des Arbeitsgedächtnisses. In Gehirnscans und durch Gedächtnistests zeigte sich bereits nach einer einzelnen Trainingseinheit dieselben kognitiven Vorteile wie bei längeren, regelmäßigen Übungen. Die Teilnehmer profitierten auch beim allgemeinen Wohlbefinden und der mentalen Fitness. Nur war der Erfolg dann nicht so lang anhaltend wie nach einem längeren Trainingszeitraum.

„Eine Schlußfolgerung der Studie ist, dass man sich jeden Tag (erneut) über die Vorteile Gedanken machen kann", betonen die Forscher in ihrem Fazit. Man könne sich immer wieder aufs Neue motivieren: „Ich werde heute nur aktiv sein. Ich werde einen Vorteil bekommen.“ Es sei gar nicht nötig, „dass Sie für einen Marathon trainieren werden, um eine optimale Leistung zu erzielen. Sie könnten einfach Tag für Tag daran arbeiten, um diese Vorteile zu erzielen.“ „Die Vorteile können viel schneller eintreten, als man denkt“.

Auf der anderen Seite zählt jetzt die Ausrede nicht mehr: „Ich habe die letzten Tage oder Wochen auch nicht trainiert, da lohnt es heute doch gar nicht“. Doch, es lohnt sich!

Quellen:

Voss, M. et al. (2019): Acute Exercise Effects Predict Training Change in Cognition and Connectivity. Medicine & Science in Sports & Exercise, online veröffentlicht 2.8. 2019. DOI: 10.1249/MSS.0000000000002115

Erstellt am 5. Dezember 2019
Zuletzt aktualisiert am 5. Dezember 2019

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