Wetter

Frostskala

von Holger Westermann

Derzeit beginnt so mancher Tag mit einem frostigen Erwachen. Nach winterlich langer Nacht hat sich die bodennahe Luft vielerorts stark abgekühlt. Bei sternklarem Himmel kann die Wärmestrahlung nahezu ungehindert in den -272°C kalten Weltraum entweichen – auch bei Frost knapp unter 0°C ist die Temperaturdifferenz noch hinreichend groß, eine weitere Abkühlung zu bewirken. So fällt die Lufttemperatur kurz nach Sonnenaufgang (bevor die Strahlungswärme wirkt) mancherorts unter -10°C; auf der schwäbischen Alb (Baden-Württemberg) wurden am 3. Februar -19,9°C gemessen.

Andernorts ist die Temperatur nicht gar so garstig. Verbreitet wird Frost zwischen 0 und -8°C gemessen, Richtung Nord- und Ostseeküste steigt das Thermometer über den Gefrierpunkt, im Bergland ist es dagegen deutlich kühler. In den nächsten Nächten bis mindestens zum kommenden Wochenende ist weiterhin überall mit Frost zu rechnen, gebietsweise auch tagsüber.

Frost lässt sich in vier Kategorien einteilen:

  • leichter Frost bei 0°C bis -5°C
  • mäßiger Frost bei -5°C bis -10°C
  • strenger Frost bei -10°C bis -15°C
  • sehr strenger oder sehr starker Frost bei unter -15°C


Von einem Frosttag sprechen Meteorologen, wenn die Temperatur einmal unter 0°C fällt. An einem Eistag darf dagegen die Lufttemperatur zu keinem Zeitpunkt über 0°C ansteigen.

Für die Wirkung des Wetters auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen ist jedoch das Temperaturempfinden und nicht der Thermometerwert relevant. Deshalb orientiert sich die Menschenswetter-Vorhersage nicht an der Lufttemperatur, sondern an der gefühlten Temperatur. Dabei werden auch Wind, Luftfeuchte und Strahlungsintensität der Sonne berücksichtigt, da sie den Wärmeverlust des Körpers wesentlich mit beeinflussen. Dabei werden vier Kategorien von Kältereizen unterschieden:

  • kein Kältereiz (und keine Wärmebelastung) von +20°C bis 0°C
  • geringer Kältereiz bei 0°C bis -10°C
  • mäßiger Kältereiz bei -10°C bis -18°C
  • starker Kältereiz bei gefühlter Temperatur unter -18°C

In den kommenden Tagen herrscht vielerorts in Mitteleuropa Dauerfrost, gebietsweise mit strengem Frost unter -10°C Lufttemperatur. Örtlich ist auch sehr strenger Frost unter -15°C möglich. Die gefühlte Temperatur kann bei böigen Nordostwind so weit absinken, dass starke Kältereize auftreten können. Für wetterempfindliche Menschen sind das zumeist kritische Bedingungen. Betroffene sollten sich an den Menschenswetter-Vorhersagen orientieren, um mögliche Risiken zu meiden.

Zum Wochenende hin wird vor allem im Norden und Westen Deutschlands ein Temperaturanstieg erwartet – sowohl in der Lufttemperatur als auch für die gefühlte Temperatur. Andernorts bleibt es vorerst beim Dauerfrost, am Sonntag könnte dann von Norden sogar eine neue Schneefront ins Land ziehen – damit drohen weiterhin starke Kältereize.

Quellen:

Dipl.-Met. Simon Trippler: Frost. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 03.02.2015

Erstellt am 4. Februar 2015
Zuletzt aktualisiert am 4. Februar 2015

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