Wetter

18.05.2012: Ab morgen dominiert hierzulande feuchtwarme Luft aus Afrika – wie war dort das Wetter in der letzten Woche?

von Holger Westermann

In der äquatorialen Region Afrikas herrscht tropisches Klima mit einer relativ kurzen Trockenzeit zwischen Juni und September. Während der achtmonatigen Regenzeit bestimmt die Innertropische Konvergenzzone (inner tropical convergence, ITC) das Wetter. Es regnet jeden Nachmittag, häufig gehen auch heftige Gewitter nieder. Dieser Wechsel von Trocken- und Regenzeit ist Folge der schräggestellten Achse der Erdrotation. Beim Jahreslauf der Erde um die Sonne verschiebt sich die Linie senkrechter Sonneneinstrahlung und damit die Zonen maximaler Wärmeaufnahme.

In dieser ITC mit optimalen Wasserverdunstung und Wolkenbildung entsteht ein weltumspannenden Tiefdruckgürtel dessen Position im Juli weiter nördlich liegt als im Januar. Die heftigen Niederschläge werden von Meteorologen Zenitalregen genannt, da sie auftreten wenn in der Region die Sonne zur Mittagszeit senkrecht am Himmel, im Zenith, steht. So fielen innerhalb von vierundzwanzig Stunden bis Montag früh in Mvenge (Gabun) 106 l/m² Regen, im gleichen Zeitraum bis Mittwoch früh in Lambarene (Gabun) sogar 164 l/m².

Etwas weiter nördlich, außerhalb der ITC, ändern sich die Verhältnisse. In einem Streifen etwa zwischen 15°N und 25°N, trifft man Wüstenklima an, mit spärlichen Niederschlägen, meist zwischen Juni und September. Dort herrschen die derzeit höchsten Temperaturen auf der Erde, verbreitet klettert die Temperatur auf über 40 °C. Am Montag beobachtete man in Nema (Mauretanien) sogar 48,4 °C.

Aus dieser Ecke der Welt kommt nun die warme Luft nach Deutschland. Beim Weg über das Mittelmeer wird sie mit Feuchtigkeit gesättigt und bringt deshalb auch Schwüle und Gewitterneigung. Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen aufgrund zu hohen Blutdrucks müssen mit zunehmenden Beschwerden rechnen. Für wetterempfindliche Menschen mit zu niedrigem Blutdruck steigt die Gefahr für Kopfschmerzen und Schwindelattacken.

Quellen:

Dipl.-Met. Thomas Ruppert: Wochenrückblick: Wetter und Klima in Zentral- und Westafrika. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 18.05.2012

Erstellt am 18. Mai 2012
Zuletzt aktualisiert am 19. September 2012

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