Wetter

Wintereinbruch zur Sommerzeit

von Holger Westermann

Zeitgleich zur Umstellung der Uhren ändert sich auch die Wetterlage über Mitteleuropa. Zeigen die Zeitmesser zukünftig „Sommer“ an, wechselt das Wetter wieder auf „Winter“. Für wetterempfindliche Menschen ist der abrupte Temperaturrückgang eine ernsthafte Gesundheitsgefahr.

Das sonnige und warme Wetter der letzten Tage war schwer zu ertragen. Durch die aktuelle Corona-Quarantäne musste man auf die gewohnten Aktivitäten im Freien verzichten. So mancher wünschte sich lieber garstiges Wetter, damit es leichter fällt, zu Hause zu bleiben. Den Menschen wird geholfen werden. Schon in der Nacht zu Sonntag der Zeitumstellung lenkt das Tiefdruckgebiet „Mareike“ eiskalte Polarluft nach Mitteleuropa.

Die bislang von gleichmäßig mildem Wetter um die 13°C geprägten deutschen Küsten erfaßt der kalte und böig auffrischende Nordwind, gefolgt von Regenschauern. Die gefühlte Temperatur sinkt deutlich unter den Thermometerwert. Dadurch wird der Kälteeinbruch als besonders drastisch empfunden.

Weiter südlich flaut der Wind etwas ab, doch der gefühlte Temperatursturz bleibt vergleichbar hoch. Denn hier wurden am Vortag im Sonnenschein noch über 20°C gemessen - und nun erreichen die Tagesmaxima bei Wind und Regen gerade noch 10°C. Nachts und am frühen Morgen kann die Lufttemperatur sogar unter 0°C sinken. Im norddeutschen Flachland sowie in den Staulagen der Mittelgebirge beginnt es zu schneien. Der meiste Neuschnee fällt jedoch in den Alpen und im Alpenvorland - am Sonntag und am Montag. Die Tagesmaxima verharren unter 8°C. Nur im Westen und Südwesten Deutschlands liegen sie etwas darüber. Nach Frostnächten kann der Schnee sogar eine weile liegen bleiben, so dass man pünktlich zu Beginn der Sommerzeit schneebedeckte Landschaften bestaunen kann.

Für wetterempfindliche Menschen ist der rasante Wechsel vom sonnig-warmen Frühlingswetter zur Winterkälte mit Schneefall und Nordwind ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Wer mit einer dauerhaften Herz-Kreislauf-Erkrankungen leben muss, spürt die Wetterwirkung als Beklemmung oder gar als Angina pectoris Attacke. Menschen mit Hypertonie erkennen beim Blutdruckmessen einen markanten Anstieg, weil sich bei Kälte die Adern zusammenziehen. Bei nasskalten Wetter mit Wind verstärken sich auch rheumatische Beschwerden, die Wahrscheinlichkeit für Muskelverkrampfungen und Verspannungen wächst, die Unbeweglichkeit der Gelenke nimmt zu, die allgemeine Schmerzsensibilität steigt an.

Der Wintereinbruch zu Beginn der Sommerzeit liefert gute Gründe zu Hause zu bleiben, nicht ins Freie zu gehen und den Kontakt ausser Haus zu meiden. So einfach kann man zur konsequenten Corona-Quarantäne motivieren.

Quellen:

Artikel der Menschenswetter Redaktion

Erstellt am 29. März 2020
Zuletzt aktualisiert am 29. März 2020

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