Wetter

Fasnacht taugt nicht zum Wintervertreiben

von Holger Westermann

Fasching, Fasnacht, Fastnacht, Fasent, Fasnet oder Karneval das fröhliche Treiben in den Straßen wurde diesmal feucht und windig. Erst zerzauste und taufte das Tief „Yulia" Kostüme und Häs. Nun folgt unmittelbar das Tief „Zehra“ und verhunzt die Narrenumzüge am Rosenmontag und am Karnevalsdienstag (Fasnetzischdig). Und dann kommt auch noch der Winter zurück.

Für Narren und Jecken ist der Ausklang der „fünftenJahreszeit“ ein stürmisches und vielerorts feuchtfröhliches Vergnügen. Der Frohsinn wird durch reichlich Regen getauft. Doch den Gipfel der Frustration provoziert die Gewissheit, dass alles Schellengeläut und alle Böllerschüsse, alles „Narri Narro“ und „Ahoi“, das „Helau“ und „Alaaf“ war vergebens. Am Aschermittwoch kehrt das Winterwetter in einer Vehemenz und flächendeckenden Präsenz zurück, wie man es in dieser Saison in Mitteleuropa noch nicht erlebt hat.

Es bleibt regnerisch und windig - dabei wird es spürbar kälter. Nicht nur in den Staulangen der Mittelgebirge, sondern auch im Flachland kann es kräftig schneien. am frühen Morgen des Aschermittwoch muss man vielerorts mit glatten Straßen und Gehwegen rechnen.

Viele fragen sich nun, wann kommt endlich ein kräftiges Hoch, das für einige Tage am Stück für strahlenden Sonnenschein sorgt? (Ein perfekter sonniger Tag könnte wie auf diesem Bild sein: Ein blühender Mandelbaum am 21. Februar auf Sizilien fotografiert). Die Frage ist zwar berechtigt, aber bis auf Weiteres ist keine anhaltende Hochdrucklage in Deutschland in Sicht.

Für ruhiges und sonnenreiches Wetter muss man zum Beispiel in die Mittelmeerregionen reisen. Dort herrscht seit einigen Tagen Hochdruckeinfluss mit viel Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen. Jedoch hat diese Lage dort ab Mittwoch ein Ende. Die vorhergesagten Regenfälle, auch wenn sie nicht so heftig ausfallen werden, sind aber für die dürregeplagten Regionen ein Segen vor dem Beginn der Trockenjahreszeit.

Verantwortlich für das garstige Wetter ist Tief „Zehra“, das sich von Schottland über die Nordsee in Richtung Dänemark verlagert. Dabei weht es in Mitteleuropa stürmisch, an den deutschen Küsten sogar orkanartig mit bis zu 110km/h. Hinter der Kaltfront des Tiefs strömt kalte Polarluft weit südwärts bis an die Alpen. Dabei kann auch in der norddeutschen Tiefebene Schnee fallen, der aber aufgrund der hohen Bodentemperatur nicht liegen bleiben wird.

Die nächste Stufe der stürmischen Abkühlung bringt dann das Schneetief „Bianca“. Zuerst trifft dessen Warmfront auf die Kaltluft und es schneit ausgiebig. Vorrangig im Südwesten Deutschlands und dann ostwärts verlagernd. In den Mittelgebirgen und im Allgäu sowie an den Alpen können bis zu 50cm Neuschnee fallen. Da aber auch Episoden mit Schneeregen oder gar Regen durchziehen, wird die Schneehöhe wahrscheinlich vielerorts geringer ausfallen. Auf die schneereiche Warmfront folgt dann noch einmal ein Kältevorstoß.

Nach Fasnacht präsentiert der Winter noch einmal sein komplettes Wettersortiments. Ob anschließend mit dem März auch Wetterberuhigung und Sonnenschein einziehen wird, kann derzeit noch nicht vorhergesehen werden. Nach dem insgesamt recht milden Winter ist ein frühzeitiges Frühlingserwachen durchaus wahrscheinlich.

Quellen:

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel: Rosenmontag, dieses Mal vom Sturm verschont?! Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 22.02.2020

Mag.rer.nat. Florian Bilgeri: Reichhaltiges Angebot. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 23.02.2020

Dipl.-Met. Marco Manitta: Regen, Wind, Schnee und Glätte - wann kommt endlich ein Hoch? Die Antwort wird im Folgenden erläutert. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 24.02.2020

Erstellt am 25. Februar 2020
Zuletzt aktualisiert am 25. Februar 2020

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