Wetter

Kühler Hochsommer

von Holger Westermann

Hitzewellen schwappten während der Frühsommers über Mitteleuropa, nun zum Hochsommermonat August wird das Wetter deutlich kühler. Auch wenn es sich nach dem 40°C-Auftakt ganz anders anfühlt: Diese Wetterlage entspricht hierzulande einem normalen Sommer.

Wer sich körperlich nicht allzusehr fordert, kommt in den nächsten Tagen kaum ins Schwitzen. Westwind schiebt frische Meeresluft subpolaren Ursprungs heran und verdrängt die Reste der feucht-heißen Gewitterluft. Tagsüber liegen die Tagesmaxima bei 20 bis 25°C, nachts kühlt es auf 13 bis 8°C ab. Bewölkung wirkt wie eine Warmhaltedecke. In sternklaren Nächten wird es deutlich kälter als bei wolkenverhangenem Himmel.

Tagsüber wendet sich der Effekt, zumal es aus Wolken auch regnen kann, was zusätzlich kühlt. Die Zugbahn der wetterbestimmenden Tiefdruckgebiete, die vom Atlantik heranziehen, ist derzeit schwer zu berechnen. Noch unsicherer sind die Prognosen über Ort und Intensität des Regens. Sicher ist, dass im Verlauf der kommenden Tage allerorten mit Schauern und Gewittern gerechnet werden muss. Trockene Perioden wechseln sich mit Tagen intensiver Niederschläge ab, wobei die Staulangen der Mittelgebirge und die Alpen besonders intensiv begossen werden. Da die Regenfälle schauerartig und gewittrig sein werden, sind auf kleinem Raum große Unterschiede in der Intensität zu erwarten.

Durch den steten, selten stürmischen Wind wird der Temperaturrückgang noch intensiver empfunden, als es der Blick aufs Thermometer ohnehin schon anzeigt. Der mentale Effekt - die Erinnerung an die kürzlich erlebten Hitzetage und die Erwartung an ein richtiges Sommerwetter - verstärkt das gefühlte Frösteln zusätzlich. Wer sich nun aufs Sofa zurückzieht, ignoriert wie „normal“ dieses Sommerwetter ist. Die aktuelle dynamische Westlage ist typisch für Mitteleuropa, eine stabile Hochdrucklage mit Zustrom heißer Saharaluft glücklicherweise die Ausnahme. Denn die Gesundheitsbelastung durch anhaltende Hitze ist enorm. Dieses Risiko ist unter den aktuellen Bedingungen kleiner. Man kann sogar ohne Bedenken wieder tagsüber Sport treiben und muss dazu nicht auf die frühen Morgenstunden ausweichen. Nicht jedermann beendet bereitwillig seinen Schlaf für ein Fitnessprogramm - das der „Guten Laune“ der Immer-noch-Müden eher schadet als nützt. Nun kann man wieder ohne Herz-Kreislauf-Risiko und Ozonbelastung am Abend sporteln.

Quellen:

Dipl.-Met. Martin Jonas: Wetter-Wochenausblick. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 12.08.2019

Erstellt am 12. August 2019
Zuletzt aktualisiert am 13. August 2019

Unterstützen Sie Menschenswetter!

Die Höhe des Beitrags liegt in Ihrem Ermessen.

Weitere Informationen...

 3 Euro    5 Euro    12 Euro  
 Betrag selbst festlegen  

Orkanreigen mit närrischem Ausklang

Wer von „Sabine“ zerzaust wurde, wird erleichtert erkennen, dass diesmal die wilde große Schwester „Victoria“ die Nachbarschaft behelligt. Doch für die Gesundheit wetterempfindlicher Menschen ist das auf und ab der Temperatur eine vergleichbar hohe Belastung. weiterlesen...


Admarker

Das Projekt Menschenswetter

Unterstützen Sie Menschenswetter!

Die Höhe des Beitrags liegt in Ihrem Ermessen.

 

 3 Euro    5 Euro    12 Euro  
 Betrag selbst festlegen  

  weiterlesen...


Individueller Herzrhythmus

Die „normale“ Ruheherzfrequenz lässt sich gar nicht so leicht bestimmen, denn beim Termin in der Arztpraxis sind viele Menschen nervös oder unter Stress. Das Ergebnis beim Pulsmessen zeigt dann einen leicht erhöhten Wert, der eher den Grad der Nervosität als den Gesundheitszustand abbildet. Moderne Fitnessarmbänder, die nicht nur beim Sport, sondern im Alltag getragen werden, liefern dagegen aussagekräftige Daten. weiterlesen...


Frauen frieren anders

Frösteln und frieren sind Reaktionen auf den akuten oder erwarteten Verlust von Körperwärme. Niedrige Lufttemperatur ist nur ein Auslöser, hohe Luftfeuchte und Wind sowie Aufenthalt im Schatten (keine Strahlungswärme) unterstützen den Wärmeverlust. Physiologische und psychologische Effekte wirken als Verstärker des Kälteempfindens - Schlafmangel, Abgespanntheit und Schmerzbelastung, manchmal genügt auch ein Blick aus dem Fenster auf vorüberziehende Schauer. weiterlesen...


Für den positiven Effekt genügt schon eine Trainingseinheit

Sport strafft den Körper, verlängert die Ausdauer, erfrischt den Geist und befreit das Gemüt. Der dazu notwendige Aufwand wird von vielen Menschen überschätzt. In einer kleinen experimentellen Studie mit betagten Bewegungsmuffeln bewirkte schon moderates aber regelmäßiges Engagement eine deutliche Verbesserung. weiterlesen...


Depressiv durch Heuschnupfen

Die Symptome stören und bieten den Mitmenschen in direkter Umgebung keine attraktive Gesellschaft: geschwollene Lider, rote tränende Augen, „laufende“ Nase und minutenlanges Niesen. Hinzu kommen die unsichtbaren Leiden wie Kratzen im Hals und Rachen sowie Schlafstörungen - die das Körpergefühl der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Jugendliche leiden besonders intensiv darunter, da sie sich aufgrund dieser Symptome der Pollenallergie von der Gemeinschaft Gleichalter ausgeschlossen fühlen. Unerwartet oft ist Depressivität die Folge. weiterlesen...