Wetter

Naturwissenschaftler warnen: Donald bedrängt Angela

von Holger Westermann

Bevor sich die Empörung allzu mächtig plustert sei versichert, es wird derzeit kein akademischer Streit zwischen dem oftmals emotional motivierten amerikanischen Präsidenten Donald Trump und der spröde rational argumentierenden Physikerin und deutschen Kanzlerin Dr. Angela Merkel ausgetragen. Vielmehr schiebt das rasant expandierende Tief im Nordatlantik „Donald“ das Azorenhoch „Angela“ südwärts beiseite.

Vom 9. auf den 10. Januar 2019 entwickelte sich über der Grönlandsee ein gewaltiges Orkantief, das vom Institut für Meteorologie der FU Berlin den Namen „Donald“ erhielt. Bemerkenswert ist dabei die „explosive" Entwicklung (Originalbeschreibung des Deutschen Wetterdienstes, DWD), fachsprachlich sachlich bezeichnet als „rapide Zyklogenese“ (Zykloogenese = Entwicklung von Tiefdruckgebieten). Der Kerndruck von „Donald“ fiel dabei innerhalb von 18 Stunden von 990hPa auf etwas unter 950hPa. Parallelen zum Temperament des US-Präsidenten sind tatsächlich rein zufällig.

Die Donald-Angela-Konfrontation bewirkt markante physikalische Gegensätze der Lufttemperatur, Luftfeuchte, Luftgeschwindigkeit (Wind). Zwischen dem Tief im Norden (Windströmung entgegen dem Uhrzeigersinn um das Zentrum) und dem Hoch im Südwesten (Windströmung im Uhrzeigersinn) von Mitteleuropa etabliert sich eine - glücklicherweise unbeständige - Nordwestwindwetterlage. Denn wo feuchte Atlantikluft auf Kaltluft trifft, beginnt es wieder zu schneien. Zudem ist der deutliche Anstieg und/oder Sturz der gefühlten Temperatur eine relevante Belastung für die Gesundheit. Den kurzzeitigen Blutdruckanstieg aufgrund der provokant formulierten Überschrift betrachte man bitte als Herz-Kreislauf-Training.

Quellen:

Dipl.-Met. Helge Tuschy: DONALD versus ANGELA: Überfall!  Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 17.01.2019

Erstellt am 17. Januar 2019
Zuletzt aktualisiert am 17. Januar 2019

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