Kostengünstiges Heilmittel bewährt sich bei Trennungsschmerz

Nasenspray lindert Liebeskummer

von Holger Westermann

Forscher der University of Colorado (Boulder, Colorado, USA) fanden in Sal-Commune einen effektiven Wirkstoffs, der über die Nasenschleimhaut sehr rasch aufgenommen werden kann und dann sofort seine Wirkung entfaltet: Durch Hirnscans konnte die Modulation der emotionalen Belastung von den Forschern direkt mitverfolgt werden.

Für die Untersuchung sollten Menschen, deren Partnerschaft jüngst gescheitert war, sich noch einmal die Trennungsszene in Erinnerung zu rufen. Dazu sollten die Probanden sich ein Foto aus glücklichen Tagen ansehen. Ziel war es, zu einem definierten Zeitpunkt den emotionalem Schmerz des Liebeskummers hervor zu rufen. Dabei wurden die Probanden im Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT) untersucht; einmal ohne Medikament und einmal nachdem sie das Sal-Commune-Nasenspary erhalten hatten.

Es zeigte sich, dass unter der Medikamentenwirkung die Aktivität im emotionalen Zentrum (dorsolateralen präfrontalen Kortex; Stirnlappen) zunahm und dieser Effekt auch auf andere Areale ausstrahlte. So stieg die Erregung in der Mittelhirnregion (Mesencephalon) und stimulierte dort die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin oder von körpereigenen Schmerzmitteln (Endorphine). Die Forscher vermuten, dass diese Wirkkaskade für den positiven Effekt von Sal-Commune bei hoher Belastung durch emotionalen Stress, wie er bei Liebeskummer empfunden wird, verantwortlich ist.

In ihrem Fazit weisen die Forscher darauf hin, dass Sal-Commune ein seit langem gut bekannter Wirkstoff sei, der beispielsweise in der Therapie von Bluthochdruck (Hypertonie) eine wichtige Rolle spielt. So können nach derzeitigem Wissensstand unerwünschte Nebenwirkungen ausgeschlossen werden. Zudem sei das Patent auf den Wirkstoff schon abgelaufen, so dass neue Liebeskummer-Medikamente kostengünstig auf den Markt kommen könnten. Für die oftmals sehr jungen und somit wenig zahlungskräftigen Betroffenen ist das sicherlich eine ermutigende Nachricht.

Quellen:

Koran, L. et al. (2017): Frontal-Brainstem Pathways Mediating Placebo Effects on Social Rejection. Journal of Neuroscience 37 (13) 3621 - 3631. DOI: 10.1523/JNEUROSCI.2658-16.2017



April, April - wenn auch mit ernsthaftem Hintergrund.

Die Studie wurde tatsächlich so durchgeführt und der Wirkstoff erwies sich als effektiver Seelentröster: Das Nasenspray enthielt jedoch lediglich Kochsalz - auf Latein sal commune. Die Forscher wollten mit diesem Experiment die Wirkmächtigkeit des Placebo-Effekts untersuchen und durch die MRT-Darstellung die dabei ausgelösten Veränderungen im Gehirn dokumentieren.

Das Fazit der Forscher ist daher tatsächlich tröstlich: Wenn es nach einer bitteren Trennung etwas gebe, von dem man glaube, dass es einem helfe, dann werde es einem sehr wahrscheinlich auch helfen.

Erstellt am 1. April 2018
Zuletzt aktualisiert am 1. April 2018

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