Wetter

Wetterwechsel weckt den Frühling

von Holger Westermann

Erster Krokus 2017

Frühlingserwachen ist ein Phänomen des Datums und des Wetters. Der Fortschritt im Kalender markiert die derzeit rasch anwachsende Länge des lichten Tages auch die Mittagssonne steht nun schon hoch am Himmel. Der Zustrom warmer Luft lockt nun die Menschen ins Freie und animiert dazu die ersten Anzeichen des Vorfrühlings zu entdecken.

In der Phänologie, der Wissenschaft von der Pflanzen- und Tierentwicklung im Jahreslauf,  ist in Mitteleuropa der Vorfrühling die erste Aktivitätsphase der Natur nach der Winterruhe. Schneeglöckchen und Haselnuss sowie Erle blühen, gefolgt vom Buschwindröschen. Heuer (in diesem Jahr) folgt die phänologische Entwicklung weitgehend den üblichen Terminen. Der Vorfrühling beginnt Mitte Februar. Denn es war aufgrund der lang anhaltenden Hochdrucklagen im gesamten Januar sehr kalt.

Noch in der vergangenen Saison 2015/2016 ließ das milde Winterwetter die Allergenproduzenten Hasel und Erle bereits zum Jahreswechsel blühen. Derzeit läuft die Schonfrist 2017 für Allergiker ab, mit dem Vorfrühling beginnt auch der Pollenflug. Aufgrund der wetterbedingten Verzögerung wahrscheinlich sogar mit großer Vehemenz. Zwar blieb die Bodentemperatur bislang zu kühl und wirkte als Bremsklotz der Naturentwicklung, die Länge des Lichten Tages und die Strahlungsintensität des Sonnenlichts sind aber ebenfalls wirksame Vegetationsreize - und vollkommen unabhängig vom Wetter.

So provoziert der steile Temperaturanstieg durch den aktuellen Wetterwechsel eine rasanten Naturentwicklung. Zwischen dem Atlantiktief „Pierre“ vor der Biskaya (Luftströmung entgegen dem Uhrzeigersinn um das Zentrum) und dem Hoch „Erika“ über Mitteleuropa (Luftströmung im Uhrzeigersinn) wird mit einer südwestlichen Strömung milde Mittelmeerluft heran geführt. Der Frost wird vertreiben und selbst im Nordosten wird es tagsüber 6°C. Im Südwesten und südlich des Mains steigt die Mittagstemperatur auf bis zu 16°C. Nachts kann es jedoch überall noch sehr kalt werden. In den frühen Morgenstunden ist auch Frost möglich, insbesondere in Österreich. Dafür ist es, nachdem sich die Nebelfelder aufgelöst haben, tagsüber weitgehend sonnig.

Das Hoch „Erika“ verlagert sich in den kommenden Tagen langsam weiter ostwärts, so dass sich die milde Luftströmung einige Tage halten wird. Die Temperaturmaxima werden wahrscheinlich am Mittwoch erreicht. Für wetterempfindliche Menschen ist der steile Temperaturanstieg eine bemerkenswerte Belastung. Herz-Kreislauf-Patienten müssen mit Schwindel und Schwäche rechnen. Menschen mit zu niedrigem Blutdruck können Kopfschmerzen plagen. Andererseits lockt das sonnig-warme Wetter ins Freie. Freizeit oder die Möglichkeit zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung sollte genutzt werden, um sich zur Mittagszeit einen ausgedehnten Spaziergang im Sonnenschein zu gönnen. Das tut der Gesundheit gut - und dem Gemüt.

Quellen:

Dipl.-Met. Christoph Hartmann: Frühling ist angesagt. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 12.02.2017

Erstellt am 13. Februar 2017
Zuletzt aktualisiert am 23. Februar 2017

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